30. Mai 2007
Es ist eigentlich ein nettes Völkchen, das sich damals vor langer Zeit südlich des Rheins niedergelassen hat. Sicherlich, die Sprache ist etwas eigen und wer hier lebt, aber an einem anderen Ort geboren wurde, kommt des öfteren nicht darum herum, sich zu wundern (Worüber? Durchgefallen und vor der Lektüre dieses Artikels noch einmal ganz vorne im Blog anfangen!).
Aber bei all diesen Wunderlichkeiten, oder vielleicht gerade wegen diesen, bleiben die Franzosen immer ganz wunderbar französisch. Ein bisschen chaotisch, sicher. Ein bisschen wild auf der Straße, unsicher. Aber mit Sicherheit immer mit dem Herzen dabei.
„Aus den Augen, aus dem Sinn“, heißt es in Deutschland, wenn man geht und zu schnell vergisst. „Loin des yeux, loin du coeur“ sagen die Franzosen. Irgendwie rührend. Ich weiß nicht, wo man mit mehr Glück als Verstand hinkommt. Mehr mehr Herz als Verstand, muss man zumindest einmal in Frankreich vorbeigeschaut haben.
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Verfasst von seefunk
16. Mai 2007
Es hat sie gegeben. Guinea, Burundi, die Elfenbeinküste und all die anderen blockfreien Staaten. Nur sind sie nie beachtet worden.
Auf dieses Unrecht möchte ich mit einem blogfreien Mittwoch aufmerksam machen. Manchmal bezieht der die beste Position, der keine Position bezieht.
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Verfasst von seefunk
9. Mai 2007
Seit Sonntagabend ist es nun offiziell: Die Franzosen meinen es gut mit mir!
Als mir ihre Nation am Sonntagabend um Punkt acht Uhr diese Aufwartung machte, raste mein Herz vor Glück. Und während ich neben stehenden Metrozügen auf leeren Straßen mit meinem Fahrrad allem davonkam, holte mich das rhythmische Knattern von Polizeihubschraubern ein und ließ mein Pfeifen auf dem letzten Loch untergehen. Es wurde wohl trotz allem demonstriert. Ich hätte doch so gerne noch so viel gesagt:
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Verfasst von seefunk
2. Mai 2007
In Frankreich sind fünf gerade. Das sieht man an der Bauweise der Häuser, der Einhaltung der Verkehrsregeln und der Konstruktion der Marktstände. Abgesehen vom Rotwein kann anscheinend nur ein einziges Thema bei den Franzosen perfektionistisches Arbeiten hervorrufen: Die Abschaffung der Arbeit.
Die weltweite Diskussion, ob der Tag der Arbeit nun wie im Sinne des Wortes für die Arbeit ist oder im abgewandelten Sinne doch eher ein Tag der Arbeiter mit besonders wenig Arbeit, hat auch nach dem Ende des kalten Kriegs nichts an seiner Hitze verloren.
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Verfasst von seefunk
25. April 2007
Seit Sonntag wissen wir es nun alle endgültig, was wir eigentlich schon geahnt haben: Die Entscheidung im französischen Präsidentschaftswahlkampf wird zwischen rechst und links fallen. Wie eigentlich bei jeder politischen Wahl.
Während in Deutschland in Zeiten der großen Koalition die Grenzen zwischen den politischen Orientierungen zunehmends verschwimmen und der Unterschied zwischen Rechts und Links im großen und ganzen nur noch auf die Frage hinausläuft, ob die Fingerabdrücke in Pässen in Farbe oder doch nur in Schwarz-Weiß gespeichert werden, stehen die Franzosen vor einer regelrechten Wahl von Schwarz oder Weiß. Den Rest des Beitrags lesen »
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14. April 2007
Nachdem aus dem „Erbfeinden“ Deutschland und Frankreich zwei Freunde geworden sind, die gemeinsam durch dick und dünn gehen, scheinen zusehends auch die Unterschiede zwischen diesen beiden Ländern immer verschwindender zu werden.

Doch gerade bei dem Thema „dick und dünn“ wird der lange Weg deutlich, der noch gegangen werden muss, bis nach dem gemeinsamen Geschichtsbuch dann irgendwann auch mal eine gemeinsame Identität und ein gemeinsamer Ländername Wirklichkeit werden: Während die Deutsche, die einen Gewichtsverlust anstrebt eine Diät macht, muss sich ihre französische Freundin einem Regime unterwerfen. Die Versöhner Adenauer und de Gaulle hätten an dieser Stelle sicherlich auf die erfreuliche Gemeinsamkeit hingewiesen, dass auf beiden Seiten des Rheins für ein eigentlich unpolitisches Ereignis ein politischer Begriff verwendet wird. Den Rest des Beitrags lesen »
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4. April 2007
Vor längerer Zeit haben die Franzosen als Urväter der Revolution auf der ganzen Welt von sich reden gemacht. Seitdem wird bei jedwedem politischen Umsturz auf dieser Welt der Blick immer wieder gen Frankreich gerichtet und das aktuelle Geschehen mit dem Original von damals verglichen, bevor es als wirkliche Revolution geadelt werden kann.
Ob so einfache Ereignisse wie das Umfallen einer Betonmauer oder der verspätete Wahlgewinn eines in Orange gekleideten Politikers diesen Ehrentitel verdienen, ist bis heute nicht geklärt. Schließlich ist bei diesen Vorkommnissen kein einziger Kopf gerollt, wurde kein einziger Säbel geschwungen.
Aber wie halten es die Nachkommen der einzig wahren Revolutionäre mit diesem großen Erbe? Den Rest des Beitrags lesen »
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28. März 2007
Fremdsprachen kann man am besten in fremden Ländern lernen. Dieses Vorurteil ist wahrscheinlich ebenso weit verbreitet wie falsch. Denn wenn es eines in fremden Ländern im Überfluss gibt, dann sind es Deutsche. Und mit ihnen die deutsche Sprache.
Egal in welchem Winkel dieser Welt man auch versucht sich vor den Deutschen zu verstecken, sie sind immer schon da. Und mit ihnen ihre Sprache. Aber bringe ich da nicht etwas durcheinander? War nicht zum Unmut der Franzosen und einem langen und bitteren Streit das Englische zur großen Weltsprache aufgestiegen?
Ja. Theoretisch . Doch welcher Amerikaner ist schon im Besitz eines Reisepasses, der es ihm erlaubt, seine Landesgrenzen zu verlassen und so seine Sprache in die Welt tragen zu können. Welcher Engländer wird nicht – egal in welche Richtung er sich wendet – schon nach wenigen Stunden der Reise vom Wasser aufgehalten und entscheidet sich dann doch lieber für eine schnelle Umkehr, die eine Rückkehr pünktlich zur Teatime ermöglicht?
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