Von oben herab

Wozu eigentlich Absurdität? Dieses Unding, dass einem ständig das Leben versaut: Man erscheint als Dampfmaschine verkleidet auf einer Mottoparty und versteht sofort, dass sich das Rascheln der zur Gestaltung verwendeten Silberfolie nicht wirklich mit dem eher stummen Schwarz der sonst anwesenden Anzüge verträgt.

Beim nächsten Mal hat man gelernt und die Verkleidung für die Karnevalsfeier auf die innere Stimmung reduziert. Das Lachen der omnipräsenten Clowns über diesen Aufzug im Anzug ist fast noch schwerer zu ertragen als das Rascheln der Silberfolie in der angestrengten Anzugstille.

Es sind wunderbare Momente, in denen man sich für einen Augenblick ganz ungewohnt von außen betrachten kann und sieht was alle sehen. Bis man vor dem ganzen Grauen die Augen verschließt und unauffällig versucht im Boden zu versinken. Leider selten von Erfolg gekrönt.

Wenn sie dann wieder offen sind, die Augen, dann strahlt sie einen an, die Absurdität. Halb belustigt, halb melancholisch – eigentlich ist es sympathisch, dieses schiefe Lächeln. Und während man noch mit seinem Elend beschäftigt ist, hat sie schon längst angefangen zu philosophieren und redet selbstversunken über Innerlichkeit und Äußerlichkeit, über Identität und Perspektive, über die Gesellschaft, über Politik…und dann beginnt die Absurdität ihr so unwiderstehliches Lachen und man kann gar nicht anders, als sich mit ihr zusammen über sie selbst zu freuen und wie von selbst steht man plötzlich so sehr über den Dingen, dass man die Clowns in ihren schwarzen Anzügen dort unten schon fast nicht mehr erkennen kann.

Eine Antwort zu „Von oben herab“

  1. James sagt:

    Nice page greetings to all in this guestbook! stacey keibler

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